Historiendrama „Shchedryk“ - Europatag 2026
Anlässlich des Europatages und des Tages des Gedenkens und der Versöhnung wird in Saarlouis das ukrainische Historiendrama „Shchedryk“ gezeigt.
Der Film versetzt den Zuschauer in das Jahr 1939 – eine Zeit, in der Westukraine zwischen zwei totalitären Regimes steht: der stalinistischen UdSSR und Nazi-Deutschland. Anhand der Schicksale von Kindern aus ukrainischen, polnischen, jüdischen und deutschen Familien wird die Tragödie einer ganzen, vom Krieg zerstörten Generation offenbart.
Nach dem Verlust ihrer Eltern finden die Kinder Zuflucht bei der Gesangslehrerin Sofia. Ihre Tochter Yaroslava träumt davon, die Welt durch Musik zu vereinen – durch das ukrainische Weihnachtslied „Shchedryk“, das selbst in den dunkelsten Zeiten zum Symbol für Hoffnung, Erinnerung und die Möglichkeit der Versöhnung wird.
Der Film beleuchtet die Komplexität des historischen Gedächtnisses: Befreiung bedeutet nicht immer Freiheit, und ein Regimewechsel bringt oft neues Leid mit sich. Genau deshalb ist „Shchedryk“ nicht nur eine ukrainische, sondern eine europäische Geschichte – eine Geschichte über die gemeinsame Erfahrung von Verlusten, Traumata und der Suche nach Verständigung.
Die Musik von Mykola Leontowitsch, weltweit bekannt als „Carol of the Bells“, zieht sich durch den gesamten Film und verbindet die Schicksale der Figuren sowie die Kulturen verschiedener Völker.
Die Vorführung findet in ukrainischer Sprache mit deutschen Untertiteln statt und wird durch eine offene Diskussion ergänzt.